Trachten#
Die Forschung unterscheidet seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche österreichisch "Trachtenlandschaften" (insbesondere der Alpenregionen). Gemeinsame Grundtypen ergeben sich aus der Verfügbarkeit von Materialien, wie Leinen, Wolle und Leder, der Möglichkeit ihrer Verarbeitung sowie infolge modischer Neuerungen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts (Aufhebung obrigkeitlichen Kleiderordnungen). Zu den Grundtypen gehören der "Leibkittel" (eng anliegendes ärmelloses Oberteil mit angesetztem, reich gezogenem oder plissiertem Rock, Dirndl), die Halbschürze, hirsch- oder gamslederne kurze oder knielange Hosen, Männeranzüge aus grauem oder braunem Loden oder Tuch mit farbigen Aufschlägen (Steireranzug), festliche Hauben aus Pelz sowie Hauben und Krönchen aus Gold- und Silberfiligran (Goldhaube).
Heute pflegen in Österreich zahlreiche Trachtengruppen und Trachtenvereine Brauchtum und Trachtenerneuerung, so dass die meisten Ortstrachten Neuschöpfungen der jüngsten Zeit darstellen. Darüber hinaus wurden Trachtenelemente in die österreichische Mode übernommen und wurden prägend für das Kleidungsverhalten weiter Bevölkerungskreise. Seit dem späten 19. Jahrhundert werden Trachten als Kennzeichen des "Österreichischen" in der Werbung (Tourismus, Lebensmittel usw.) eingesetzt.
Bedeutende Sammlungen historischer Volkstrachten befinden sich im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien, im Steirischen Volkskundemuseum in Graz ("Trachtensaal") sowie im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck; kleinere Sammlungen in zahlreichen Landes- und regionalen Museen.
Feierlich wird der Braut nach der Hochzeit die Goldhaube aufgesetzt (Video Album)
Literatur:
- K. Beitl und O. Bockhorn, Kleidung - Mode - Tracht, 1987
- F. C. Lipp und andere (Hg.), Tracht in Österreich. Geschichte und Gegenwart, 1984
- K. Mautner und V. Geramb, Steirisches Trachtenbuch, 2 Bände, 1932-39 (Reprint und Kommentar 1988)

